Aus dem Gemeindeleben | 06.11.2026

Mit Dampf und Aktivkohle gegen Asiatische Hornissen

Die Asiatische Hornisse breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland immer mehr aus.

Natürliche Feinde hat diese invasive - inzwischen sesshaft gewordene - Art bisher leider nicht.

Deshalb besteht die Strategie in der Eindämmung der Ausbreitung, indem Nester möglichst frühzeitig entdeckt und vernichtet werden.

Denn die „Asiatischen" sind nicht nur für unsere zahlreichen Bienenarten, sondern für viele weitere nützliche Insekten eine starke Bedrohung. Aufgrund ihres enormen Appetits und ganzjährigen Aktivität sind die großen Raubinsekten in der Lage, ganze Bestände auszudünnen. Deshalb ist es weiterhin wichtig, dass entdeckte Nester der Gemeinde gemeldet werden. Ein ehrenamtlicher Fachmann kümmert sich dankenswerterweise in unserer Gemeinde um die Entfernung der Nester, wobei modernste Methoden zum Einsatz kommen, die binnen Sekunden die Nester unschädlich macht. 

Jetzt im Herbst ist die Hochsaison für sogenannte Sekundärnester. Da diese Nester häufig sehr hoch (10 – 30 Meter) in Bäumen hängen, war die Entfernung bisher besonders aufwendig und kostenintensiv nur mit Hubsteiger möglich. 

Professionelle Nestentferner erreichen diese Nester neuerdings mit der sogenannten Lanzenmethode. Dabei kommen Teleskoplanzen zum Einsatz, die heißen Wasserdampf oder Aktivkohlestaub in die Nester einbringen. 

In Karlsdorf-Neuthard wurden am vergangenen Freitag und am Dienstag auf diese Weise drei neu entdeckte, große Nester entfernt. Die Bauten der Asiatischen Hornisse können so groß wie Medizinbälle werden und sind oft kunstvoll und kaum sichtbar in Baumwipfeln, aber auch in Hecken oder Komposthaufen zu finden. Armin Riffel, ortsansässiger Imker und Hornissenentferner, hat in Zusammenarbeit mit dem Bezirksimkerverein Philippsburg und Ausbilder Christian Arnold die jüngst entdeckten Nester fachgerecht entfernt. 

Ausbilder Christian Arnold demonstrierte bei der Gelegenheit den Schulungsteilnehmern die Nestentfernung mit Aktivkohle. 

Ein Dankeschön an den Bezirksimkerverein Philippsburg und an Armin Riffel, Mitglied beim Bezirksimkerverein für die Organisation dieser Schulungsmaßnahme und somit auch die kostenfreie Nestentfernung für die Grundstückseigentümer ermöglichte. 

Um die Asiatische Hornisse weiterhin in Schach zu halten, ist die wirkungsvollste Maßnahme ihre Nester aufzuspüren und zu entfernen. Daher halten Sie weiterhin die Augen auf und melden uns gesichtete Nester an sandra.kutterer@karlsdorf-neuthard.de 

Achtung, nicht verwechseln: Asiatische Hornisse und Europäische Hornisse 

Unsere einheimischen Hornissen (Europäische Hornisse, wiss. Name: Vespa crabro) sind nützlich und streng geschützt. Sie unterscheiden sich markant von der unerwünschten neuen Art, der invasiven Asiatischen Hornisse (Vespa velutina). Unter anderem weisen die im allgemeinen etwas kleineren und zierlicheren Asiatischen Vertreter eine orange Kopfvorderseite auf, während sie bei der einheimischen Art gelb ist. Die Kopfoberseite der Asiatischen Hornisse ist schwarz, die der Europäischen rotbraun. Insgesamt ist die eingeschleppte Art also dunkler, vor allem am Hinterleib, mehr schwarz als gelb.  

Charakteristisch ist auch die Färbung der Beine: Während die Asiatische Hornisse auffällige gelbe Beine hat, sind sie bei der einheimischen Art rotbraun gefärbt.  (sk/hut)