Unser Wasserwerk
Die Anfänge der öffentlichen Wasserversorgung
Die Geschichte der öffentlichen Wasserversorgung begann in den damals noch eigenständigen Gemeinden Karlsdorf und Neuthard im Jahre 1951. Zwischen 1951 und 1953 wurde ein Pumpwerk mit einem Brunnen gebaut und es wurden die ersten Wasserleitungen in Karlsdorf verlegt. 1956 bis 1957 wurden dann auch in Neuthard die ersten Häuser an das neu verlegte Leitungsnetz angeschlossen.
Anfangs wurde das Wasser direkt aus dem Brunnen ins Rohrnetz gepumpt, ohne Aufbereitung und Wasserspeicher. Mit steigendem Bedarf wurde 1976 ein zweiter Brunnen errichtet und der Speicherbehälter gebaut. Von da an wurde das Wasser aus den Brunnen 1+2 nicht mehr direkt ins Netz gepumpt, sondern im Wasserbehälter gespeichert und von dort aus an die Haushalte verteilt. So konnten Verbrauchsspitzen und Löschwasservorrat sicher abgedeckt werden.

Sehr hohe Nitratwerte im Grundwasser machten es Anfang der 1980er Jahre erforderlich, das Wasser aus tieferliegenden Grundwasserleitern mit niedrigen Nitratgehalten zu gewinnen. Dafür wurden 1986 zwei neue Brunnen mit einer Tiefe von 130m und 180m gebohrt. Von da an wurde das Wasser aus Brunnen 1+2 nicht mehr genutzt. Im gleichen Zeitraum wurde die erste einfache Aufbereitung errichtet. Das Grundwasser wurde mit Sauerstoff angereichert um überschüssiges Eisen und Mangan zu oxidieren und in zwei großen Filterkessel aus dem Wasser zu entfernen.
Seit der Erweiterung des Wasserwerks im Jahr 2011 konnte wegen sinkender Nitratwerte im oberen Grundwasserleiter auch wieder das Wasser von Brunnen 1+2 für die Trinkwasseraufbereitung verwendet werden. Die Anzahl der Filter wurde verdoppelt um mehr Wasser gleichzeitig aufbereiten zu können.
- 1951-1953 Pumpwerk, Brunnen 1 und Leitungen in Karlsdorf
- 1956-1957 Leitungen in Neuthard
- 1976 Bau Brunnen 2 und Trinkwasserspeicher
- 1986 Bau Brunnen 3+4 sowie erste Aufbereitung (Enteisung/Entmanganung)
- 1998 Umbau Netzpumpwerk
- 2011 Erweiterung der Aufbereitungsanlage
- 2023 Bau Enthärtungsanlage
Das heutige Wasserwerk
Um die Qualität des Trinkwassers und die Funktionsfähigkeit der Wasserversorgung sicherzustellen, ist ein umfangreiches System aus Schutzgebieten, Aufbereitungsverfahren, Kontrollen, Untersuchungen und Vorsorgemaßnahmen eingerichtet worden.
Das Grundwasser wird im Einzugsgebiet der Brunnen durch die Ausweisung eines amtlich festgelegten Wasserschutzgebietes vor Verunreinigungen geschützt. In unser aller Interesse sollte es sein, die Vorgaben zu beachten um den technischen und finanziellen Aufwand für die Aufbereitung möglichst gering zu halten und auch nachfolgenden Generationen eine lebenswichtige Ressource zu hinterlassen.
Das Wasser wird aus den vier Brunnen gefördert und im Wasserwerk mit reinem Sauerstoff versetzt um Eisen und Mangan abfiltern zu können. In großen Filterkesseln fließt das Wasser durch Aktivkohle in denen unerwünschte Stoffe aus dem Wasser entnommen werden. Danach wird das Wasser in einer Niederdruckumkehrosmoseanlage behandelt um die Härte zu reduzieren. Im Anschluss wird der pH-Wert über eine Entsäuerungsanlage eingestellt. Das Wasser wird im letzten Schritt als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme mit ultraviolettem Licht entkeimt.
Bei Bedarf kann über eine Dosieranlage auch Chlor zugegeben werden. Die Chlorung wird jedoch nur im Ausnahmefall und auf Anordnung des Gesundheitsamtes vorgenommen.

Im Speicherbehälter wird das Wasser in zwei Kammern mit jeweils 900 Kubikmeter Fassungsvermögen gespeichert und über ein Netzpumpwerk ins Leitungsnetz eingespeist. Maximal zwei Tage benötigt das Wasser, um vom Brunnen bis zum letzten Wasserhahn zu gelangen.
Um die Effektivität der Aufbereitung und die Qualität des Trinkwassers zu überwachen, werden regelmäßig an verschiedenen Stellen im Ortsnetz, im Wasserwerk und an den Brunnen Proben genommen. Die Probenahme und die Auswertung der Proben erfolgt in zugelassenen Laboren. Die Ergebnisse werden dem Gesundheitsamt mitgeteilt.
Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung kann das Wasserwerk zusätzlich zum "normalen" Stromanschluss über ein Netzersatzaggregat versorgt werden. So sind auch bei einem Stromausfall die wichtigsten Funktionen, nämlich die Bereitstellung von Trinkwasser sowie die Löschwasserversorgung sichergestellt.
Das Wasserwerk wurde im Laufe der Zeit stetig erweitert und umgebaut, um den steigenden Wasserbedarf zu decken und die immer höher werdenden Anforderungen der Trinkwasserverordnung zu erfüllen. Absenkung der Grenzwerte, Klimawandel und höhere Erwartungen an die Qualität des Trinkwassers werden die Wasserversorgung auch zukünftig vor große Herausforderungen und Investitionen stellen.
