Aktuell | 20.03.2026

Info-Abend über Asiatische Hornissen

Einen hochinteressanten und spannenden Informationsabend konnten zahlreiche Besucherinnen und Besucher am Dienstagabend in der Bibliothek am Mühlenplatz erleben. 

Die Gemeinde hatte zusammen mit dem örtlichen Imker und Fachmann Armin Riffel in Kooperation mit der Bibliothek zu einem Vortrag über Asiatische Hornissen eingeladen. 

Ein gerade sehr aktuelles und viel interessierendes Thema, wie die große Nachfrage unter Beweis stellte. Viele Kartenwünsche blieben unerfüllt, weshalb die Gemeinde eine weitere solche Veranstaltung plant, dann in etwas größerem Rahmen (dazu mehr am Ende dieses Berichts). 

Die Asiatische Hornisse – weit mehr als „ein Problem für den Imker“ 

Armin Riffel ging anschaulich auf die Problematik der seit mehr als zehn Jahren in Deutschland nachgewiesenen, invasiven Art ein. Grundlegend falsch ist es, die Asiatische Hornisse als „Problem der Imker“ abzutun, betonte er. Denn die Großinsekten, die hierzulande bislang keine natürlichen Feinde haben, breiten sich nicht nur rasant aus. Sie haben auch einen riesengroßen Appetit auf Eiweiß, sprich auf andere Insekten. Im Beuteschema sind bei weitem nicht nur Bienen, sondern auch viele andere Insekten wie Fliegen, Falter oder Schmetterlinge. Etliche Kilogramm kommen da allein bei einem einzigen Hornissennest mit oftmals mehreren tausend Bewohnern zusammen. Eine beachtliche Biomasse, die so der Natur entnommen wird. Dies ist eine große Gefahr für die Lebensvielfalt, die Biodiversität.

Auch der Obst- und Weinbau ist betroffen 

Weil unter den Beutetieren der Asiatischen Hornisse viele sogenannte Bestäuber sind, drohen darüber hinaus auch im Obst- und Weinbau möglicherweise gravierende Schäden. 

Augen aufhalten und Nester frühzeitig finden 

Sehr wichtig sei es, so der Referent, möglichst schon in der Frühphase mit der Bekämpfung der Asiatischen Art zu beginnen. 

Dazu kann es helfen, in Haus und Garten die Augen offenzuhalten und kritische Stellen regelmäßig zu inspizieren. Denn das sogenannte Primärnest der Asiatischen Hornisse befindet sich im Regelfall relativ bodennah an geschützten Stellen, etwa an Dachvorsprüngen, in Schuppen, in Behältern oder in Hecken. Auch in Kompostanlagen oder in Motorradhelmen wurden die Königinnen schon aktiv. 

Das Anfangsnest wird etwa handballgroß. Ganz zu Beginn ist es nur von der Königin bewohnt, ehe die ersten Arbeiterinnen folgen. Mit fortschreitender Entwicklung, binnen weniger Wochen, wird dieses Nest immer größer und schließlich in den meisten Fällen vom Hornissenstaat verlassen. Dann wird ein zweites Nest, das sogenannte Sekundärnest, oft in luftiger Höhe in Bäumen gebaut. Diese Nester können imposante Größen, vergleichbar einem Medizinball oder noch mehr, erreichen. 

Ab diesem Stadium ist die Bekämpfung dann schon weitaus schwieriger und aufwändiger. 

Das liegt auch daran, dass zu einem einzigen Hornissenstaat mehrere tausend Tiere gehören können, im Gegensatz zur geschützten europäischen Hornisse, wo die Anzahl je Nest deutlich niedriger ist. 

Weil die Asiatin ihren Bau ab einer Annäherung von zirka fünf Metern vehement verteidigt, sollte man zur Nestentfernung auf jeden Fall den Fachmann hinzuziehen, hieß es. Allenfalls im frühen Stadium, wenn nur eine Königin und noch keine Arbeiterinnen im Primärnest sind, kann man eventuell noch selber aktiv werden. Daran zeigt sich, wie wichtig es ist, frühzeitig zu handeln. 

Unterscheidung der Asiatischen von der Europäischen – heimischen – Art 

Wie kann man die geschützte und nützliche Europäische Hornisse (Vespa crabo) von der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) unterscheiden? 

Bei der heimischen Art ist die Kopfvorderseite gelb, bei der Asiatischen orange. Der Hinterleib der Europäischen Art ist ähnlich wie bei einer Wespe gelb-schwarz gestreift, bei der invasiven Art hingegen schwarz mit orange. Auch die gelben Beine verraten die Asiatin gegenüber den rotbraunen Beinen der bei uns etablierten Hornissen. 

Das Nest der heimischen Art hat meistens unten einen weit offenen Eingang, hingegen das der Asiatin im Regelfall ein seitliches Einflugloch, während es unten geschlossen ist.   

Die Eindämmung ist entscheidend 

Gänzlich loswerden wir die Asiatische Hornissen ob ihrer Anpassungsfähigkeit und rasanten Vermehrung und Ausbreitung nicht mehr werden, so Armin Riffel. Aber die Eindämmung sei enorm wichtig, um die von ihr ausgehenden Gefahren und Schäden einzugrenzen.

Stichwort Gefahren: Das Gift der Asiatischen Hornisse ist nicht toxischer als das von Wespen oder einheimischen Hornissen. Insofern muss man keine übertriebene Angst oder gar Panik vor den Tieren haben, hieß es. Gefährlich werden kann es aber bei vielen (etwa ab zehn) Stichen oder bei allergischen Reaktionen. Letztere scheinen bei Stichen der Asiatischen Hornisse tendenziell häufiger aufzutreten, was dran liegen könnte, dass diese Tierart und somit auch das spezifische Gift in Europa bislang nicht etabliert waren. 

Ganz gefahrlos aus der Nähe betrachten konnte man ein großes Nest der Asiatischen Hornisse ebenfalls, denn Armin Riffel hatte ein präpariertes Exponat mitgebracht. 

Etliche Fragen aus dem Publikum wurden ebenfalls kompetent beantwortet und zeigten das große Interesse der Öffentlichkeit an einem Thema, das alle angeht. 

Meldeplattform hilft weiter 

Wer sichergehen will, ob man eine Asiatische Hornisse bzw. Nest entdeckt hat, kann auf der Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt ein Foto hochladen. Von dort bekommt man eine Rückmeldung und Hinweise, wie man weiter vorgehen soll. 

Besonderer Service für Einwohnerinnen und Einwohner in Karlsdorf-Neuthard 

Die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard bietet dank des ehrenamtlichen Engagements von Armin Riffel diesen Service kostenlos an. Die Gemeindeverwaltung hilft auf Anfrage gerne weiter. 

Kontakt: Sandra Kutterer im Rathaus Karlsdorf, 

Tel. 443-220, sandra.kutterer@karlsdorf-neuthard.de.

(sk/hut) 

Terminvorschau: 

Info-Abend mit Armin Riffel über Asiatische Hornissen 

(Wiederholung aufgrund der großen Nachfrage) 

am Dienstag, 14. April, um 19 Uhr in der Bruchbühlhalle Neuthard. 

Eintritt kostenlos; Anmeldung nicht erforderlich. 

Wir empfehlen allen Interessierten, den Termin vorzumerken!

Über diesen QR-Code kann man bei der Landesanstalt für Umweltschutz die Sichtung von Nestern der Asiatischen Hornisse melden
Über diesen QR-Code kann man bei der Landesanstalt für Umweltschutz die Sichtung von Nestern der Asiatischen Hornisse melden