Aktueller Stand neue Bahntrasse für Güterverkehr

Komplexes Findungsverfahren / Ausgang derzeit laut Bahn völlig offen

Wie bereits wiederholt und ausführlich berichtet, soll zwischen Mannheim und Karlsruhe eine neue Güterverkehrstrasse gebaut werden, um den zunehmenden Güterverkehr auf der Schiene entlang wichtiger Hauptverbindungsachsen auch in Zukunft bewältigen zu können. Die Bahn hat dazu ein sogenanntes Dialogforum installiert, bei dem in bislang mehreren virtuellen Sitzungen die Planungen vorgestellt und sich Beteiligte zum Verfahren äußern konnten.
Komplexes Findungsverfahren
Die neue Güterstrecke soll nach folgenden Kriterien gefunden werden: Zunächst Definition eines so genannten Suchraums; Bewertung von Raumwiderstandsklassen und -analyse, die Bewertung von Grobkorridoren und die Definierung von Linienkorridoren; dann die Identifizierung von Varianten, die in die engere Wahl kommen; schließlich die Festlegung einer Vorzugsvariante und einer Antragsvariante.
Beim jüngsten, vierten Dialogforum hat sich überraschenderweise gezeigt, dass entgegen den Erwartungen ein möglicher Linienkorridor zwischen den Ortsteilen von Karlsdorf und Neuthard noch nicht vom Tisch ist, sondern aus Sicht der Bahn grundsätzlich weiterhin eine von mehreren möglichen Varianten ist, obwohl diese Fläche einen sehr hohen Raumwiderstand darstellt.
Gemeinde sieht Verfahrensfehler der Bahn
Die Gemeinde erkannte hierin einen schwerwiegenden Verfahrensfehler, weshalb sich Bürgermeister Sven Weigt vor einigen Wochen nach Abstimmung mit dem Gemeinderat schriftlich an die Deutsche Bahn gewandt hatte. Insbesondere übte die Gemeinde Kritik daran, dass die Bahn offensichtlich technische und wirtschaftliche Gesichtspunkte bei einer Trassenfindung einseitig in den Vordergrund gestellt hatte, weshalb das gesamte bisherige Procedere in Frage gestellt werden müsste.
In einem Antwortschreiben der DB Netze AG verweist die Bahn nun wenig überraschend darauf, dass das Vorhaben „Neu- und Ausbaustecke Mannheim-Karlsruhe“ derzeit in der Projektphase der Grundlagenermittlung und variantenoffen eine technisch realisierbare, finanzierungs- und genehmigungsfähige Lösung in Form einer Vorzugs- bzw. Antragsvariante“ zu entwickeln sei.  
Der Untersuchungsprozess bestehe aus mehreren Schritten „vom Groben zum Feinen“, um mögliche Linienverläufe „immer weiter abzuschichten“, wie es heißt. Erste umweltfachliche Betrachtungen würden zeigen, dass eine Trasse in Form einer Querverbindung von Graben-Neudorf zwischen Karlsdorf und Neuthard mit hohen Raumwiderständen im Konflikt stünden, die jedoch Stand jetzt noch kein absolutes Ausschlusskriterium darstellten.
„Vorzugsvariante derzeit noch völlig offen“
Inwieweit sich einer der nun definierten Linienkorridore für eine spätere durchgehende und ernsthaft in Betracht kommende Linienvariante eigne, müsse der anstehende Segmentvergleich zeigen, so die Planer der Bahn, die betonen, dass es derzeit noch völlig offen sei, ob sich daraus eine Vorzugsvariante entwickle oder ob bessere durchgängige Lösungen gefunden werden könnten.
Die Gemeinde wird das weitere Verfahren, unterstützt auch durch die örtliche Bürgerinitiative (BIG), intensiv beobachten und begleiten und wird jederzeit und nachhaltig auf die Einhaltung der Verfahrenskriterien achten und die schützenswerten Interessen der Gemeinde Karlsdorf-Neuthard und ihrer Einwohner vertreten. „Weiterhin sehen wir einen Verfahrensfehler. Nach den bisher erläuterten Kriterien ist eine Güterverkehrstrasse zwischen den Ortsteilen Karlsdorf und Neuthard nicht möglich!“, betont Bürgermeister Sven Weigt.

(Erstellt am 11. November 2021)

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