Hemmnisse für Glasfaserausbau müssen beseitigt werden

Landrat Dr. Schnaudigel und Bürgermeister Weigt nehmen für ZDF-Fernsehteam Stellung

Aufgreifschwelle und Kupferkabel sind nicht mehr zeitgemäß

Um sich über den Stand des Glasfaserausbaus zu erkundigen, war am vergangenen Donnerstag ein Produktionsteam für das ZDF in Karlsdorf-Neuthard. Die Hardtgemeinde wurde ausgewählt, weil hier der Glasfaserausbau stockt - nicht etwa, weil die technischen Voraussetzungen nicht gegeben wären, sondern weil die Rechtslage eine finanzielle Förderung unmöglich macht. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und Bürgermeister Sven Weigt nutzten die Gelegenheit, um aufzuzeigen, wo Hemmnisse liegen und wie diese beseitigt werden können.

„Karlsdorf-Neuthard ist an das Landkreis-Backbone angeschlossen, wir haben viele unserer Gewerbegebiete mit Glasfaseranschlüssen versorgt, aber weil wir die Förderkriterien nicht erfüllen, können wir Privathäuser nicht anschließen“, beschrieb Bürgermeister Sven Weigt die Misere. „Ohne eine solche Förderung ist eine Breitbanderschließung aber nicht darstellbar“. „Das Problem ist die Aufgreifschwelle“, machte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel deutlich: Diese rechtliche Regelung verbietet es, Gebiete, in denen Datenübertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s vorliegen, zu erschließen. Karlsdorf-Neuthard hat dieses Versorgungsangebot, deshalb sind der kommunalen Breitbandkabelgesellschaft die Hände gebunden. „Wir haben die absurde Situation, dass wir die Glasfaserkabel im Ort liegen haben, aber Privathäuser nicht bedienen können“, machte der Bürgermeister deutlich. Das Argument, dass private Telekommunikationsgesellschaften ebenfalls höhere Datenübertragungsraten anbieten, lässt der Landrat nur bedingt gelten: „Im Grunde genommen ist es dem Kunden zwar egal, wer den Glasfaseranschluss herstellt, nicht egal sei es jedoch, wenn dabei auf die gestrige Technologie gesetzt wird. Das ist überall dort der Fall, wo auf Kupferkabel anstatt die zukunftssichere Glasfaser gesetzt wird. Und ebenfalls nicht egal könne es sein, wenn mit öffentlichen Geldern eine Infrastruktur geschaffen wird, die private Unternehmen nicht mitnutzen möchten und stattdessen eigene Netzstrukturen schaffen. Dies beschert manchen Stellen in Karlsdorf-Neuthard das Kuriosum einer dreifachen Breitbandversorgung, die letzten Endes mehrfach bezahlt werden muss - von negativen Begleiterscheinungen wie das mehrmalige Aufreißen von Straßen ganz zu schweigen.

(Foto: Landkreis Karlsruhe)

Auf die Frage, was zur Verbesserung der Situation geschehen müsste, antwortete Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, dass zum einen die Aufgreifschwelle abgeschafft oder zumindest deutlich angehoben werden muss und zum anderen wünscht er sich von der Politik ein klares Bekenntnis zur zukunftsgerichteten Glasfasertechnologie. Bürgermeister Sven Weigt machte deutlich, dass die Kommunen gewillt sind, diese Situation nicht hinzunehmen und alle Möglichkeiten nutzen, um sich über die kommunalen Verbände sowie die Landtags-, Bundestags- und Europaabgeordneten politisches Gehör zu verschaffen. Die Zeit drängt - die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig eine leistungsfähige Datenübertragungsinfrastruktur ist. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel unterstrich dies mit dem Hinweis, dass die verstärkten Homeoffice-Aktivitäten und andere digitale Datenströme die Netzauslastung innerhalb einer Woche so stark ansteigen ließen wie im gesamten vergangenen Jahr. Leistungsfähige Glasfaseranschlüsse seien deshalb absolut notwendig, um unternehmerische oder schulische Prozesse digital abbilden zu können und damit die Wirtschaft und die schulische Bildung, aber auch viele weitere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens weiter gewährleisten zu können. (Text: Landkreis Karlsruhe - Pressestelle)

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