Gedenkstunde am Volkstrauertag

"Die Bewahrung des Friedens bleibt eine ständige Aufgabe und fängt im Kleinen an. Jeder ist dazu aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten", so Bürgermeister Sven Weigt bei der Ansprache zum Volkstrauertag. In Karlsdorf-Neuthard war die Gedenkstunde in diesem Jahr beim Ehrenmal auf dem Alten Friedhof in Karlsdorf. Im Anschluss an einen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus, den der Frauenchor der Liederhalle mitgestaltete, kamen Gemeindevertreter und viele weitere Besucher dort zusammen, um den Toten der Weltkriege und den Opfern von Gewaltherrschaft zu gedenken. Vertreten waren die Fahnenabordnungen der Vereine, die Freiwillige Feuerwehr und Soldaten der Patenschaftskompanie aus Bruchsal. Pfarrer Dr. Torsten Forneck sprach das Totengedenken. Die Gedenkstunde wurde vom Musikverein Karlsdorf begleitet.
Nachstehend veröffentlichen wir Auszüge aus der Ansprache des Bürgermeisters zum Nachlesen:

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
 
als der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Jahr 1919 vorschlug, einen Volkstrauertag einzuführen, ging es vor allem darum, die im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten zu betrauern und ihrer zu gedenken.
Seit den 1950er Jahren ist der Volkstrauertag dem Gedenken an die Kriegstoten und den Opfern der Gewaltherrschaft aller Nationen gewidmet. Seitdem ist er vor allem ein Tag der Mahnung und Rückbesinnung auf die Schrecken von Krieg und Gewaltherrschaft und ein Tag der Trauer um die vielen Millionen Opfer von Krieg und Gewalt zu allen Zeiten.
Dieses Innehalten, Erinnern und Gedenken, zu dem uns der Volkstrauertag auffordert, ist wichtig, gerade in unserer so schnelllebigen und oftmals hektischen Zeit.
Der Volkstrauertag mahnt uns jedes Jahr aufs Neue, die Lehren aus den Schrecken der Geschichte zu ziehen, und für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten. Dies umso mehr, weil bei uns in Zentraleuropa der Friede seit Jahrzehnten so selbstverständlich scheint, und gleichzeitig die Erinnerungen an die früheren Weltkriege immer mehr verblassen.
Doch nur wer sich erinnert, kann aus der Vergangenheit lernen, um eine bessere Zukunft zu gestalten. Deshalb verdient es jede Geschichte, erzählt zu werden, und jedes Opfer verdient es, dass man sich seiner erinnert.
 
In diesem Jahr blicken wir besonders auf unser Nachbarland Polen.
Am 1. September 1939 überfiel Nazi-Deutschland Polen. Als Tag des Beginns des Zweiten Weltkrieges mag dieses Datum vielen noch geläufig sein. Doch was in den Jahren der anschließenden Besatzung geschah, ist vielen in Deutschland kaum bewusst. Das polnische Leid war unvorstellbar. (...)
Weitere Anlässe für einen Rückblick in die Geschichte hat das Jahr 2019 mehr als genug: Im Frühsommer wurde der Versailler Konsequenzen des Ersten Weltkrieges sowie der Landung der Alliierten 1944 in der Normandie gedacht. Im August jährte sich der Beginn des Warschauer Aufstandes zum 75. Mal. Und erst vor wenigen Tagen wurde der 30. Jahrestag der Öffnung der Berliner Mauer gefeiert.  
Dass wir nun schon seit vielen Jahren in Frieden und Stabilität leben dürfen, ist sicher kein Zufall. Es ist vor allem dem steten Bemühen um Ausgleich, Verständnis und Freundschaft zwischen den Völkern zu verdanken.
Frieden gründet in guter Nachbarschaft und in gegenseitigem Verständnis und Vertrauen. 
Die Versöhnung der ehemaligen Erzfeinde Deutschland und Frankreich zeigt uns eindrucksvoll auf, was das echte Bemühen um Verständnis füreinander, der Einsatz für Menschlichkeit, Verständigung und Toleranz bewirken kann.
Es ist ein Zeichen der Hoffnung, dass Misstrauen, Hass und Feindschaft nicht das letzte Wort haben dürfen, sondern dass Menschlichkeit, Vergebung und Versöhnung stärker sind.
Nehmen wir die Mahnung des Volkstrauertages ernst und versuchen wir dazu unseren ganz persönlichen Beitrag dafür zu leisten – jeder wo und wie er es kann. Der Frieden fängt schon im Kleinen an: Im wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander, immer und überall, im beruflichen wie im privaten Leben.
Wenn wir selber Respektlosigkeit und Streit zulassen, dürfen wir uns nicht beklagen, wenn dies auch im Großen geschieht.
Tragen wir alle das uns mögliche dazu bei, dass Freundschaft und Vertrauen bewahrt bleiben, und dass so unser aller Leben mit jedem neuen Tag besser, schöner und friedlicher wird.
Der heutige Volkstrauertag erinnert uns an unsere gemeinsame Aufgabe und Verantwortung, jederzeit für Frieden und Verständigung einzutreten."
 

(Erstellt am 18. November 2019)

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