Bekommt Karlsdorf-Neuthard eine Realschule?

Gemeinderat beauftragt Verwaltung mit Vorbereitung eines Antrags

Einstimmig hat der Gemeinderat jetzt die Verwaltung beauftragt, einen Antragsentwurf auf Einrichtung einer Realschule in Karlsdorf-Neuthard vorzubereiten. Mit diesem in der Ratssitzung am Dienstagabend im Bürgersaal des Neutharder Rathauses gefassten Beschluss folgte das Gremium einem entsprechenden Vorschlag der Verwaltung.
Wegen der seit Jahren sinkenden Übergangszahlen wird die Werkrealschule an der Schönbornschule Karlsdorf-Neuthard mit Ablauf dieses Schuljahres aufgehoben.
Ein Grund für diese Entwicklung wird in der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung vermutet. Seither wechseln Grundschüler verstärkt auf Realschule oder Gymnasium. Damit wird die Schönbornschule, wie die Neutharder Sebastianschule, bis auf weiteres eine reine Grundschule sein. Gemeinderat und Verwaltung waren bereits in der Vergangenheit immer wieder einmal mit der möglichen Einrichtung einer Realschule in KN befasst. Ein entscheidender Punkt ist die Schülerzahl: Nur wenn die Gemeinde verlässlich und dauerhaft mindestens 40 Schüler pro Geburtsjahrgang für den Besuch einer (örtlichen) Realschule aufweisen kann, könnte die Einrichtung einer eigenen Realschule in der Gemeinde in den Bereich des Möglichen rücken. Dieses Kriterium kann die Gemeinde aller Voraussicht nach erfüllen, erläuterte Bürgermeister Sven Weigt in der Gemeinderatssitzung. Zusätzlich wäre es denkbar und realistisch, dass auch aus anderen Gemeinden Schüler, die per Bus oder Bahn direkt mit Karlsdorf-Neuthard auf ihrem Weg zum Schulstandort Bruchsal verbunden sind, auf eine mögliche Realschule in Karlsdorf-Neuthard wechseln könnten.
Zweites wichtiges Kriterium für die eventuelle Einrichtung einer Realschule in KN, neben der Schülerzahl, ist ein zu bejahendes öffentliches Interesse. Auch dies lasse sich durch einen formellen Antrag innerhalb der regionalen Schulentwicklung mit dem Ziel der Einführung einer Realschule in Karlsdorf-Neuthard klären, betonte der Bürgermeister. Ein solcher umfangreicher Antrag setze ein umfangreiches Verfahren und die Abstimmung mit den umliegenden Gemeinden voraus. Mit dem jetzigen Gemeinderatsbeschluss ist noch keine Entscheidung über die Einführung einer Realschule Schule verbunden, sondern lediglich die Beauftragung der Verwaltung, alle für den Antrag maßgeblichen Vorbereitungen zu treffen und den entsprechenden Antrag vorzubereiten, verdeutlichte der Rathauschef. Weigt zeigte in der Sitzung anhand einer Präsentation auch mögliche bauliche Optionen für die Umsetzung einer Realschule auf, wobei der Neubau zweier Schulgebäude für eine Grundschule und eine Realschule am jetzigen Standort an der Schönbornstraße wirtschaftlicher als die Sanierung von vorhandenen Gebäuden sei. Bereits im Vorfeld habe eine Machbarkeitsstudie  festgestellt, dass am Schulstandort der Schönbornschule neben einer zwei-bis dreizügigen Grundschule auch die Realisierung einer Realschule möglich wäre. Position bezog der Bürgermeister auch zur regionalen Schulentwicklung. Die vor Jahren teilweise noch geradezu euphorisch forcierten und eingerichteten Gemeinschaftsschulen hätten sich nicht; wie von der damaligen Landesregierung ausgerufen, zum Erfolgsmodell entwickelt. Vielmehr zeige sich wieder ein Trend hin zur Realschule, so Weigt. Die Schulplanung der Gemeinde, mit Augenmaß und strikter Orientierung am Wohl der Einwohner und dem Ziel einer positiven Gemeindeentwicklung, habe sich auch vor diesem Hintergrund als richtig erwiesen.
Wenn Karlsdorf-Neuthard nun aus eigener Kraft die realistische Chance auf Einrichtung einer eigenen Realschule habe, sei es richtig, die Realisierung zielstrebig zu prüfen und im positiven Fall umzusetzen. Dabei könne es nicht darum gehen, dass sich die Städte und Gemeinden in der Region einen Wettbewerb liefern. Vielmehr sei eine Abstimmung wünschenswert, die den Blick auf das Sinnvolle und Machbare im Mittelpunkt habe. Karlsdorf-Neuthard werde durch die eventuelle Einrichtung einer Realschule jedenfalls anderen Gemeinden nicht das sprichwörtliche Wasser abgraben, sprich Schüler wegnehmen, sondern sei aufgrund der seit Jahren stabilen Eigenentwicklung mit stabilen Geburtenzahlen und zusätzlichen Bevölkerungsgewinnen durch die maßvolle Ausweisung von Neubaugebieten, in der Lage, die erforderlichen Schülerzahlen selber zu generieren, hieß es. Die mögliche Einrichtung einer Realschule für Karlsdorf-Neuthard wurde auch von allen Gemeinderatsfraktionen durchweg positiv gesehen. Es komme darauf an, das bestmögliche und realisierbare Schulangebot zu sichern. 

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