Blühender Mühlenplatz

Bunte Farbtupfer und Blumenwiesen mit Öko-Vorteil

Vielen Betrachtern sind sie schon positiv aufgefallen, die vielen bunten "Farbtupfer", die im Kleinen oder auch als größeres  Farben- und Blütenmeer, seit einiger Zeit an etlichen Stellen in Karlsdorf-Neuthard sprichwörtlich aus dem Boden wachsen. Was oberflächlich betrachtet möglicherweise und durchaus gewollt wie zufällig aussieht, geht jedoch auf ein  Konzept mit Plan und Ziel zurück, informiert das Technische Bauamt der Gemeindeverwaltung.   
„Die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard geht in der Gestaltung von öffentlichen Grünflächen seit einigen Jahren neue Wege. Ziel ist eine naturnahe Flächengestaltung, weg vom stereotypen Einheitsgrün hin zu einer bunten und möglichst das ganze Jahr über abwechselnden Vielfalt, die gerade auch Insekten und anderen Kleintieren wertvolle Rückzugs- und Nahrungsräume bietet“, heißt es aus dem Rathaus. Damit wollen Verwaltung und Gemeinderat auch ihrer kommunalen Verantwortung mit Blick auf  Antworten auf den Klimawandel und den schwindenden Artenreichtum in der Tier- und Pflanzenwelt gerecht werden. Schnelles Umdenken und Handeln auf kommunaler Ebene seien gefragt, jedoch planvoll und mit einem klaren Ziel vor Augen, um positive Akzente setzen zu können. Denn naturnah gestaltete öffentliche Grünanlagen erfüllten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und seien sogar pflegeleichter und robuster gegen Klimaeinflüsse als etwa eine kurzgeschorene Rasenfläche. Nach einer intensiven Flächenbegutachtung und Auswertung wurden in Frage kommende Grünflächen ins Visier genommen und beraten, was man wo am besten tun könnte. Auf den ausgewählten Flächen wurden und werden noch nach einem ausgeklügelten Zeitplan heimische Pflanzenarten ausgesät oder eingepflanzt, die in Punkto Naturnähe, Robustheit und einer möglichst abwechslungsreichen Blühfolge ausgewählt wurden. Weitere geeignete Flächen sollen in den nächsten Jahren noch hinzukommen, sieht das Konzept vor, das vom Gemeinderat nachhaltig mitgetragen und beschlossen wurde. Dass sich einerseits der Anspruch „naturnah und pflegeleicht“ und anderseits „schön anzusehen“ keineswegs ausschließen, zeigt nicht zuletzt die bepflanzte Mittelinsel und angrenzende Blühstreifen beim Verkehrskreisel in der Büchenauer Straße in Neuthard, wofür es sogar eine besondere Auszeichnung des Landes gab (wir berichteten).   
Als weiteres gelungenes Beispiel für eine ökologisch wertige Umgestaltung zeigt sich derzeit der Mühlenplatz in Karlsdorf, wo eine artenreiche Staudenmischpflanzung mit Kleingehölzen eine ganz neue und einladende Atmosphäre schafft. Zu bewundern sind hier unter anderem Wildrosen, Malven, Glockenblumen, Königskerzen, Salbei oder Rittersporn - klangvolle und bewährte Namen von Stauden, die teilweise in den zurückliegenden Jahren mancherorts fast schon in Vergessenheit zu geraten sind.
Als "Umwandlung in eine halbschattige Fettwiese“ bezeichnen die Fachleute indes das entlang des Weges neben der Bahnhofstraße umgesetzte Konzept, womit auf rund 500 qm Fläche auf einer Länge von rund 80 Metern Sorten wie Rapunzel-oder pfirsichblättrige Glockenblume, Pastinake oder Wiesen-Storchschnabel ausgesät wurden. Das rege Brummen und Summen von allerlei geflügelten Tierchen an den Blütenstauden bekundet, dass dies ganz offensichtlich überall gut ankommt.      

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