Rodungen im Staatswald Kammerforst

"Waldumbau" wurde nicht angekündigt

Unverständnis, Ärger und erschrockene Gesichter bei vielen, die im Wald unterwegs sind: Der Staatswald Kammerforst rund um den Waldsportplatz, der für die Gemeinde auch ein bedeutendes Naherholungsgebiet darstellt, ist seit wenigen Tagen kaum noch wiederzuerkennen. Die Forstverwaltung im Landratsamt Karlsruhe hat drei Waldflächen in der Größe von je einem Hektar sehr stark ausgeräumt – sprich viele Bäume gefällt. Auch Bürgermeister Sven Weigt zeigte sich bei einem Rundgang geradezu entsetzt über die großflächige Rodung, die mit der Gemeinde im Vorfeld nicht im Detail abgestimmt und vom Forstamt nicht vorher öffentlich bekanntgegeben wurde. Der Grund für die drastische Aktion seien die vielen abgestorbenen Bäume, die durch die anhaltende Trockenheit zu beklagen wären, hieß es vom Forstamt. Die Dürre in den vergangenen Jahren hat in den Wäldern des gesamten Landkreises demnach immensen Schaden verursacht. Die trockenen Sommer 2018 und 2019 hätte vielen schon angeschlagenen Bäumen den Rest gegeben. Dürre, Schädlingsbefall und Sturmschäden ließen an einigen Standorten keine andere Wahl, als auch beim Staatswald in Karlsdorf-Neuthard flächig zu arbeiten, argumentieren die Forstfachleute. Immerhin wurde eine Fläche von rund vier Fußballfeldern stark ausgedünnt. In der kommenden Pflanzperiode soll mit beständigeren Sorten wie Eiche, Spitzahornen und Kirschen wieder aufgeforstet werden, war zu erfahren. Diese kämen mit Trockenheit und Hitzegraden besser zurecht. Die Fachleute sprechen hier vom "Waldumbau". "Auch wenn Sicherheit an erster Stelle steht, dennoch: Sehr ärgerlich und bedauerlich ist, dass die Gemeinde und die Öffentlichkeit von dieser Maßnahme vorher nicht informiert und so "vor vollendete Tatsachen gestellt" wurden", heißt es aus dem Rathaus.

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