Versteigerung in Karlsdorf-Neuthard

Nur ein Fahrrad blieb übrig

In bewährter Art und Weise wickelte Thomas Stadtmüller von der Gemeindeverwaltung die alljährliche Versteigerung der Fundräder ab

Einmal im Jahr werden in Karlsdorf-Neuthard Fundsachen versteigert, bei denen nach Ablauf der sechsmonatigen Aufbewahrungsfrist kein Finder vom Recht Gebrauch gemacht hat, den Gegenstand zu erwerben. Passend zum Frühjahrsbeginn standen jetzt im Karlsdorfer Feuerwehrhaus ausschließlich fahrbare Vehikel zur Versteigerung an. Für Chef-Auktionator Thomas Stadtmüller von der Gemeindeverwaltung galt es, elf Fahrräder, ein Kinder-Cityroller sowie ein Einrad an die Frau bzw. an den Mann zu bringen. Für den finanziellen und schriftlichen Bereich unterstützte ihn seine Kollegin Daniela Bauer vom Bürgeramt. Mit den Worten „gekauft wie gesehen, für versteckte Mängel wird keine Garantie übernommen“, wurde die Versteigerung im Beisein von 25 interessierten Personen eröffnet. Je nach Zustand der Räder wurde ein Erstgebot zwischen 2 Euro und 15 Euro aufgerufen. Bei einigen Markenrädern entfachte sich mitunter ein richtiges Bieterduell. So kamen dann auch die beiden teuersten Fahrräder mit 60 Euro und 70 Euro mit den markanten Worten „zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ unter den Hammer.

Ersteigern konnte man sowohl Damen- und Herrenräder sowie Kinderräder und sogar ältere Mountainbikes. Wenn auch im einen oder anderen Fall die Fahrräder nicht komplett ausgestattet waren, so konnte sich doch jeder Interessent für „sein“ Fahrrad entscheiden und bis zur eigenen gesetzten Schmerzgrenze mitsteigern. Offensichtlich gibt es viele Hobbyschrauber, die dann ein nicht komplett ausgestattetes Fahrrad mit den notwendigen Ersatzteilen wieder verkehrstauglich machen. Ein Damenfahrrad mit Einkaufskorb vorne am Lenker wurde mit den markigen Worten „ideal zum Blumenbringen für den Friedhof“ angepriesen und fand auch eine glückliche neue Besitzerin. Ein junger Student aus Neuthard hatte speziell ein eher nostalgisches Herrenrad aus den achtziger Jahren in der engeren Auswahl, das er für Pendelfahrten zwischen dem Karlsruher Hauptbahnhof und der Universität nutzen möchte. Da sich für diesen Oldtimer kein weiterer Interessent zeigte, konnte er für sagenhaft günstige sieben Euro dieses Herrenrad sein Eigen nennen. Unter den anwesenden Personen war auch ein „Wiederholungstäter“ aus Ubstadt, der sogar insgesamt vier Räder ersteigerte. Er wolle diese auf Vordermann bringen und dann an Interessenten verkaufen. Besonders bemerkenswert war der Abtransport dieser vier Räder: Der Mann aus Ubstadt kam selbst mit einem Fahrrad und einem entsprechenden Anhänger nach Karlsdorf-Neuthard geradelt und machte sich dann mit den vier ersteigerten Fahrrädern wieder mit seinem Velo zurück in die Heimatgemeinde. In knapp 20 Minuten war die Versteigerung über die Bühne gebracht und ein Erlös von 278 Euro erzielt werden.(fj)

Umweltfreundlicher geht es nicht. Der Mann aus Ubstadt kam mit seinem Rad und Anhänger nach Karlsdorf zur Versteigerung
und machte sich mit vier Rädern wieder auf in seine Heimatgemeinde.

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