Ein dicht gedrängtes Programm und zahlreiche herzliche Begegnungen erlebte eine Delegation aus der Region, die auf Einladung von Bürgermeister Orides Kormann zum 50-jährigen Geburtstagsfest von Karlsdorf-Neuthards 20 000 Einwohner großen Partnergemeinde Guabiruba im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina weilte. Neben Landrat Christoph Schnaudigel waren Sven Weigt, Bürgermeister der „liebenswert, lebenswerten“ Doppelgemeinde Karlsdorf-Neuthard, die im November 2010 als erste badische Kommune eine Partnerschaft mit einer Stadt in Brasilien einging, sowie Egon Klefenz, Präsident der 2007 gegründeten Badisch-Südbrasilianischen Gesellschaft, Teil der Delegation. Auch Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, Graben-Neudorfs Ortsoberhaupt Hans D. Reinwald und Dettenheims Rathauschef Lothar Hillenbrand waren auf Spurensuche. Bei einem ersten Empfang bei Bürgermeister Paulo Eccel im Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Brusque (die am 23. Mai 2011 eine Partnerschaft mit dem Landreis Karlsruhe einging) wurden Geschenke ausgetauscht und sogar Lieder gesungen. Sven Weigt übergab neben einem „Gelbfüßler“-Schild auch ein Versperbrettchen mit dem Badnerlied und meinte lachend: „Damit ihr im nächsten Jahr beim Geburtstag '200 Jahre Karlsdorf-Neuthard' das Stück textsicher vortragen könnt“. Paulo Eccel berichtete, dass man in Schulen der Stadt Brusque bereits die deutsche Sprache lernen kann und im Spätjahr auf Anregung des Landrates ein reger Schüleraustausch stattfindet. „Beide Seiten möchten, dass Schüler und Studenten einige Zeit in den jeweiligen Ländern verbringen, um sich neben der Sprache mit Kultur, Wirtschaft, Politik und dem Tourismus zu beschäftigen“, so Christoph Schnaudigel. Einer von vielen Höhepunkten war ein Historischer Festumzug, bei dem am Sonntagmorgen ganz Guabiruba auf den Beinen war und den über 100 Wagen- und Fußgruppen mit mehr als 2.000 Teilnehmern zujubelte. Neben einheimischen Unternehmen, Einrichtungen, Schulen, Musik- und Sportvereinen waren auch die örtlichen Schulen mit ihren zahlreich vertretenen Kindern Teil des farbenfrohen Spektakels. Historisch gewandtete Gruppen mit Transparenten in portugiesischer und deutscher Sprache sorgten genauso für Hingucker wie Nachfahren badischer Auswanderer, die groß gerahmte Familienfotos mit den Namen Schlindwein, Baron oder Köhler hochhielten. Sven Weigt, der einen Keramikteller mit dem Gemeindewappen überreichte, spannte in seinem Grußwort den Bogen zu den ersten Auswanderern, die im Jahre 1858 mit dem Schiff ihre Badische Heimat verließen, um im über
10.000 Kilometer entfernten Santa Catarina und am Fluss Itajai ein neues Leben zu beginnen. „Ich spüre mit jedem Händedruck und jeder Umarmung die Herzlichkeit und den Stolz auf ihre Vorfahren, die hier von den Menschen ausgeht“, so Karlsdorf-Neuthards Bürgermeister. BSG-Präsident Egon Klefenz hatte zuvor bereits einen Alugusswappen mit dem Löwenkopf und der Inschrift „Großherzogtum Baden“ übergeben.

