Kunstwerk "Botera" steht nicht mehr am Platz

Kunstwerk führte zu kontroversen Diskussionen

"Botera - wider die Kommerzialisierung der weiblichen Ästhetik" lautet der Titel jenes Kunstwerks, das vom örtlichen Künstler Flor Sumenho (Rolf Ohnemus) geschaffen, von diesem der Gemeinde gestiftet und im Mai dieses Jahres auf dem Gelände der „Kulturfabrik“ in der Bahnhofstraße enthüllt wurde (wir berichteten).
Mit ihrer üppigen und ungewöhnlichen Form, hieß es seinerzeit bei der Eröffnung, solle der Betrachter unter anderem zum Nachdenken über gängige Schönheitsklischees angeregt werden. Auch könnte – so der Künstler bei der Übergabe - in seinem Werk ein Bezug zu den früheren Arbeiterinnen in der Zigarrenfabrik gesehen werden, die mit der anstrengenden Arbeit das oftmals dringend benötigte Geld für ihre Familien hinzu verdienten. Doch gerade diese, sicherlich gut gemeinte, Interpretation löste in der Öffentlichkeit heftige und teils kontroverse Diskussionen aus. Manche Einwohnerin und mancher Einwohner sah dadurch das Andenken an jene früheren Fabrikarbeiterinnen in Misskredit gebracht. Auch der exponierte Standort zur Straße hin war Anlass zur breiten Kritik. Die ablehnende Haltung wurde dabei nicht nur von einigen wenigen, sondern von vielen Einwohnern geäußert. Nun ist Kunst sicherlich in vielen Facetten präsent und die konstruktive und kritische Auseinandersetzung mit ihr durchaus wünschenswert. Doch: "Niemand hatte die Absicht, mit der Darstellung dieser Skulptur persönliche Gefühle und Werte von Dritten zu verletzen", äußern sich Bürgermeister Sven Weigt und der Künstler Flor Sumenho zur Sache. Aufgrund der anhaltenden kritischen Haltung der breiten Öffentlichkeit, entschied die Gemeinde das Kunstwerk vom bisherigen Standort in der Bahnhofstraße 21 zu entfernen. Zuletzt war vom Kunstkreis noch ein Informationsabend zum sachlichen Gedankenaustausch mit Kritikern und Befürwortern der Skulptur angekündigt worden. Nun hat die Gemeinde auf die Entwicklung der letzten Tage mit der anhaltenden, breiten Kritik reagiert, wobei "Kunst im öffentlichen Raum" damit jedoch nicht ad acta gelegt worden ist. An gleicher Stelle könnte in absehbarer Zeit, so heißt es, eventuell auch in bestimmten Zeitabständen wechselnd, ein anderes Kunstwerk dem besonderen Ambiente rund um die "Kulturfabrik" Rechnung tragen. Die jeweiligen Kunstobjekte sollen dann von einer Jury ausgewählt werden, heißt es im Rathaus.

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